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Baselbesuchsbericht

Gemütlich. Grün. Klein. Fein. Teuer. Angekommen in der kleinen Großstadt Basel im Land der Eidgenossen, stellt sich der Baselbesucher die Frage: Was nun?
Hier die Antworten: 5 Tipps für den Basel-Trip mit Wochenenddauer. In aller Kürze. Reiseführer gibt es genug.

The one and only

Unterkunft in Basel? Da gibt es nur eine Adresse: das Stadthotel Steinenschanze.
Zum Gegenwert eines gepflegten Abendessens in der Stadt am Rhein gibt es in der Steinenschanze eine Übernachtung. Ohne Frühstück. Gratis WLAN, Wasser und Nespresso – ortsbedingt passt der Werbeslogan hier wie die Alukapsel in die Designmaschine. Dazu ein wunderbarer ruhiger Garten und beste Lage. In fünf Gehminuten ist man mitten im Zentrum oder beinahe wieder am Bahnhof. Auch das Schanzen-Personal zeichnet sich durch die allerorts anzutreffende schweizerische Freundlichkeit aus. Dem fabelhaften booking’schen Urteil kann ich mich nur anschließen und das nette Stadthotel uneingeschränkt weiterempfehlen.

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Himmel über der Stadt

Basels Zentrum ist rasch gefunden und ebenso schnell erkundet. Als neugieriger und auf Effizienz bedachter Menschen will man sich möglichst rasche einen umfassenden Überblick über das unbekannte Terrain machen. Seit der Einführung des aufrechten Gangs wissen wir: Von einer erhöhten Position geht das besser. Den Kopf gen Himmel gerichtet ist auch gleich der Turm der Elisabethenkirche ausgespäht und als Aussichtsposten auserkoren. In einer engen, steilen und teils stockdunklen Wendeltreppe schraube ich mich also in die Basler Wolken. Oben angekommen kann ich mir endlich ein Bild machen. Rheinwindungen, grüne Hügel ringsum, zahlreiche Dachgärten. Auch vogelperspektivisch macht die Klein-Großstadt einen äußerst sympathischen Eindruck.

Im Schnelldurchlauf

In den Morgenstunden ist Basel wie ausgestorben. Das wird mir bereits nach den ersten Metern meines ersten Laufes bewusst. Frühmorgendlicher Erkundungslauf, das ist meine bevorzugte Art eine unbekannte Stadt richtig kennen zu lernen. Kein Verkehr, kaum Menschen, keine Ablenkung. Ich kann die Stadt wortwörtlich in aller Ruhe laufend kennenlernen. Der Laufschritt ermöglicht zudem einen größeren Aktionsradius und man kann sonst unbesuchte Orte außerhalb der touristischen Hotspots entdecken. Im rheingeteilten Basel bietet sich hierfür natürlich auch ein Uferpromenadenlauf an.
So bin ich bei meinen drei, rund 40-minütigen, Vorfrühstückslaufabenteuern auch die schönen Ufer entlanggejoggt.
Ach ja, der Rhein lädt auch zu einer kurzen Schwimmeinheit ein. So verschwand eine alte badebehaubte Frau vor meinen Augen in den kalten Fluten. Und ich bereute es, die extra eingepackte Badehose nicht in weiser Voraussicht bereits zum Laufeinsatz angezogen zu haben.
Schöne Parks, kleine Gässchen und alte Häuser machen den Morgenlauf in der Schweizer Stadt jedenfalls zu einem echten Genuss. Eine nette Entdeckung: der Botanische Garten unweit der Universität. Erfolgsmodell Erkundungslauf. Einfach mal ausprobieren!

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Im Mitti-Punkt: die Läckerlis

Die sportliche Besichtigungsweise hat einen weiteren entscheidenden Vorteil: Man hat zum Frühstück richtig Hunger. Für mich, als absoluten Frühstück-Fanatiker, ein enormer Zusatznutzen. (oder doch Hauptzweck?) Im Vorfeld gar per Twitter-Umfrage recherchiert und siehe da: #basel lieferte einen großartigen Hinweis des ansässigen SRF Tageschau Moderators Georg Halter (Danke nochmals an dieser Stelle!) Das del mundo im Gundeli, seine lapidare Antwort auf meine Frage nach dem besten Frühstückslokal in Basel. Also hab ich vorbei geschaut im del mundo. Die Erwartungen waren hoch. Und wurden noch übertroffen. Zauberhaftes, kleines Café mit supernettem Personal. Gute Vorzeichen, also. Das del mundo kann ich aber vor allem auf Grund zweier Faktoren unbedingt weiterempfehlen: 1. Der Cappuccino. 2. Das Schoko-Croissant. Ersterer wird hier aus indonesischen MokaSirs-Bohnen mit Herz gebrüht und landete sogleich auf meiner Top10-Liste. Der unumstrittene Star des Ladens trat jedoch im zarten Teigmantel mit Schokokern auf. Meine bescheidene Wortwahl kann diesem Ausnahmegebäck nicht gerecht werden. Deshalb nur so viel: Das wohl weltweit beste Schoggi-Croissant gibt es also in Basel. Punkt.

basel_croissant Da das del mundo sonn- und montags leider geschlossen hat – kein Wunder, wollen doch die Schoko-Engel nicht bei der Anlieferung der himmlischen Croissants gestört werden – ist das Unternehmen Mitte eine gute Alternative. Im umgangssprachlich „Mitti“ genannten ehemaligen Bankgebäude lässt es sich bei super Kaffee und Pludergebäck (Marzipan-Croissant empfehlenswert) ebenfalls sehr anständig frühstücken. Im Mitti gibt dazu gratis kabellosen Internetzanschluss und alle relevanten Tageszeitungen. Das Mitti ist aber nicht nur morgens Treffpunkt der, vor allem jungen, Baslerinnen und Basler. Hotspot Mitti auch am Abend und zu späterer Stund.
Nach einer üppigen ersten Mahlzeit will der Zuckerspiegel natürlich über den Tagesverlauf bedient werden. Dies kann man vorzüglich im Café Acero bei lecker Paninis und hausgemachtem Gelati erledigen. Ganz nach meinem Geschmack. Genauso wie die hiesige Köstlichkeit mit dem Namen Basler Leckerli. Das Understatement ist berechtig. Visit the next Läckerli Huus. Die besonders Verwegenen probieren gar das im Supermarkt erhältliche Naschwerk mit dem herrlichen Namen Appenzeller Bärli Biber.
Nach einem Tag Baselbummel kann man die Energiespeicher abends vorzüglich – und zu annehmbaren Preisen – bei köstlichem Rösti und kühlem Feldschlösschen in der Brasserie Baselstab am Marktplatz auffüllen.

basel_botga_leackerli

Besuch‘ Basel!

In drei Tagen kann man sich einen guten Eindruck von Basel verschaffen und in diesem Zeitraum gerade noch verhindern, allzu viel Geld im Land der Banken lassen – die Schweiz ist teuer, ja. Kulinarik und Charme der beschaulichen Stadt haben Weltstadtniveau. Museen gibt’s ja auch viele. Und einen guten Fußballclub.
Das, als BesucherIn kostenlos nutzbare und gut ausgebaute, öffentliche Verkehrsnetz – Straßenbahnen eignen sich auch in Roger Federers Heimat wunderbar um die gesamte Stadt zu erkunden – sowie die wirklich freundlichen BaslerInnen tragen zu einem angenehmen und entspannten Aufenthalt entscheidend bei. Bewegungssüchtige und lauffreudige Bettflüchter werden die Stadt am Rhein sowieso lieben. Baselbesuchsbericht Ende.

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