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Tipps für den Brüssel-Trip am Wochenende

Warum nach Brüssel? Belgien? Unverständnis allerorts bei meiner Ankündigung, mich übers Wochenende ins Heimatland der Pommes frites zu verabschieden. Zugegeben, der Reiseführer fällt recht schmal aus und auch im Web finden sich nur recht unspektakuläre Reiseberichte. Grundtenor: Eine der unaufregensten Hauptstädte Europas. Stadt ohne Highlights und Wiedererkennungswert. Man folgt also keinem Hype, wenn auf dem Flugticket Brüssel als Destination aufscheint. Macht nichts, umso interessanter der Trip, so die Überlegung.

Brüssel-Trip: Erste Erkenntnisse und Eindrücke

  • Es gibt täglich unzählige Flüge von Wien (z.B. über München) nach Brüssel. Planungstechnisch nicht unpraktisch.
  • Am Freitagvormittag ist das Flugzeug fast leer.
  • Zwischenstopp in München ist mühsam – der Flug aber so wirklich günstig. Und: 50 Minuten am Flughafen in Bayern kann man überleben.
  • Bahn statt Taxi: 20 Minuten nach betreten des Zuges am Flughafen befindet man sich auch schon im Zentrum Brüssels. Ticketpreis angemessen.
  • Wie gefühlte 1000 Antiquitätenläden belegen, wohnen im zweisprachigen Brüssel zahlreiche Menschen mit beaucoup d’argent. Das Preisniveau ist vorallem in Restaurants deutlich höher als in Wien.
  • Per Pedes statt Pedalieren: Brüssel ist nicht radtauglich. Relativ viel Verkehr auf realtiv schmalen Straßen ohne Radweg und vorallem das ständige Auf- und Ab verhinderten Erkundungen mit dem Zweirad.
  • Innenstadtkern mit unzähligen Touristen, aber auch ebenso vielen kleinen Restaurants und Shops. Dazu gleich mehr.

Tipps für das verlängerte Wochenende in Brüssel

Unterkunft

  • The Hotel. Nomen est omen. War bei Online-Buchung im Paket mit Flug (ebookers  Kombireise) ein wahres Schnäppchen. Für zwei Personen und zwei Nächte insgesamt 500 Euro. Das moderne Hotel ist das höchste Gebäude in der Umgebung. Sprich: Super Ausblick über die Stadt als wertvolles Bonusfeature. Dazu ist der Hotelturm sehr zentral gelegen – in wenigen Gehminuten ist man in Brüssels Epizentrum. Anbindung per Metro ist ebenfalls gut. Interessant: In unmittelbarer Nachbarschaft des Hotels befinden sich super-exquisite Stores aller Luxusmarken. Passt nicht zur Umgebung, ist aber so.

Aktivitäten

  • Laufen, spazieren oder nur rumliegen im Jubelpark.
  • Brügge besuchen, oder vielleicht besser Antwerpen. Mit der Bahn sind beide Städte im Nu zu erreichen. Brügge jedenfalls ist voll von Touristen und Shops – eine einzig große Einkaufsstraße im Backsteinmantel. Absolut nicht mein Fall.
  • Relaxen und Beobachten im Skaterpark am Square des Ursulines.
  • Atomium und EU-Parlament kann man sich auch ansehen. Aber bitte nicht zu viel erwarten.
  • Und natürlich:

Kulinarisches

  • Generell Süßzeug wie Waffeln, Schokolade, Kekse etc. und unzählige köstliche Biersorten. Sehr wundersame Brau-Kreationen – klar, müssen die belgischen Bierbrauer doch auf kein Reinheitsgebot Rücksicht nehmen.
  • Bloem panch im Restobieres essen: Das Restobieres ist ein traditionelles Restaurant mit rustikalem Charme – das betrifft sowohl die wirklich feine Küche, als auch Ambiente und Personal. Im dem, offenbar als Familienbetrieb geführten, Lokal, kommt man mit Englisch nicht weit. Auch spärlich vorhandene Französischkenntnisse  reichen nicht aus, um dem Glücksspiel bei der Bestellung vorzubeugen. Macht aber nix, umso spannender. Und ich weiß nicht ob ich Bloem panch im vollen Verständnis der Worte bestellt hätte. Neugierig, worum es sich hierbei handelt? Tja, hinfahren und bestellen.
  • Rue des Bouchers: Fressgasse in der Innenstadt. Name ist Programm.
  • JAT: Café im amerikanischen Stil. Umfangreiches Angebot an süßem Backwerk, pikanten Köstlichkeiten sowie feinem Kaffee und frisch zubereiteten Fruchtsäften und Smoothies. Jugendliches Publikum, bodentiefe Fenster. Ein bisschen außerhalb gelegen. Leider nur ein paar Stühle an der Straße, wenn das Wetter zum Verweilen unter freiem Himmel einladen würde. Abgesehen davon ohne Makel. Absolute Empfehlung!
  • Café Alternative: Parlor Coffee. Kleines Lokal, sehr schmackhafte Sandwiches/Burger und Smoothies. Plus: Cookies, Cupcakes, etc. Alles lecker. Recht weit außerhalb des Zentrums, aber z.B. mit der Straßenbahn 97 gut zu erreichen – oder zu Fuß, schließlich will man die Stadt ja intensiv erleben.
  • Sandwichlokale: Findet man in jeder zweiten Straße. Hier kann man sich sein längliches Brötchen mit den unterschiedlichen feinen Zutaten nach Wunsch zusammenstellen lassen. Für den – mitunter qualitativ recht hochwertigen – Snack zwischendurch.
  • Pommes frites: Sind frittierte Kartoffelsticks. Auch im Erfinderland Belgien. Punkt.

Fazit

Brüssel ist tatsächilch eine Stadt ohne große Highlights. Also ohne atemberaubende Gebäude oder imposante Architektur. Der Charme der Stadt liegt vielmehr in ihrer Ungreifbarkeit und Unordnung, sowie in der Vielfalt der Einflüsse. Also: Für einen Wochenendtrip bzw. besser noch einen Drei-Tage-Trip ist die Stadt der 19 Gemeinden wunderbar geeignet. Wer wie ich großen Wert auf Kulinarik und die Erkundung neuer Geschmäcker legt, ist hier ohnehin an der richtigen Adresse. Superbe französische Weltküche allerorts, kombiniert mit rustikal-bodenständig belgischer Kochkunst ergänzt um maritime Einflüsse (Stichwort Muscheln – unbedingt probieren!) machen den Brüsselbesuch zu einem Abenteuer für den Gaumen – auch ohne Pommes frites-Offenbarung.

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