Zum Inhalt springen

Energieriegel einfach selber machen

Kurz-kurz ist wieder angesagt. Endlich. Als Liebhaber des Zweiradsports besteht mein Aufwärmprogramm endlich nicht mehr aus dem mühsamen Durchexerzieren des Zwiebelprinzips, kleidungstechnisch. Kurzes Trikot und kurze Hose, statt Handschuhe, Stirnband, Baselayer, Trikot, Jacket, usw. Schön.

Mein Radtrainingsaufbau gipfelt heuer – wortwörtlich – in der geplanten Pyrenäen-Tour. Voraussichtlicher Termin: September. Es bleibt also noch reichlich Zeit Beine und Kondition gebirgstauglich zu machen. Trainingsplan und -methoden werden bereits ersonnen, Mountainbike und Rennrad wieder regelmäßig durchs Geäst und übers Asphaltband gejagt.

Für längere Ausfahrten über zwei Stunden packe ich Verpflegung in die Trikottasche. Vorzugsweise kleine, aber energiereiche, Riegel. Und wie jeder weiß, im Energieriegelland, da regiert der Clan der Power Bars. In den Sportgeschäften und Supermärkten hierzulande gibt es daneben noch unzählige Mitbewerber. Im Grunde alle mit dem selben Angebot. Inhaltsstoffe und Geschmacksrichtungen praktisch ident.
Hinsichtlich ersteren gibt’s kaum qualitativ hochwertige Produkte. Die Bioriegel aus dem Supermarkt überzeugen mich nicht. Für die „maximale Energielieferung“ während eines Wettkampfes bin ich ja eventuell noch gewillt mir einen klebrigen, wenig wohlschmeckenden, Fruktose-Glukose-Sirup-Riegel reinzudrücken, aber bei Trainingsausfahrten hätte ich auch gern brauchbare und wertvollere Inhaltsstoffe statt einer leeren Energielieferung.

Riegel, die diesen Kriterien entsprechen, können käuflich erworben werden. Online gibt es ein riesiges Angebot an Bio-Energie-Sport-Riegeln. Wer allerdings nicht immer auf eine Lieferung warten und Versandkosten zahlen will, muss mit einem sehr eingeschränkten Angebot vorliebnehmen. Exemplarisch sei hier ClifBar erwähnt, deren Produkte für mich geschmacklich über anderen, bereits verspeisten, Konkurrenzprodukten anzusiedeln und in ausgewählten Shops in Wien erhältlich sind. Empfehlung: Chocolate Chip und Chrunchy Peanut Butter. Die Inhaltsstoffe der Energy Bars seien zu 70% biologisch. Hm. Fairtrade-Label etc. Fehlanzeige. Kostenpunkt pro Riegel: rund 2,30 Euro. Nicht ganz wenig. Jedenfalls die Philosophie gefällt: „put good food in – get good performance out“.

Ganz nach diesem Credo bin ich dazu übergegangen, meine Sportsnacks selber herzustellen. Der Vorteil liegt auf der Hand bzw. im Einkaufskorb: Die Zutaten, die ich der Mischung beimenge, sind dann auch drinnen. Ich wähle also hochwertige Lebensmittel und kann diese ganz nach meinem erlesenen Geschmack zusammenstellen. Weiteres Plus: Kostengünstig. Zudem kann die Wirksamkeit der jeweiligen Energielieferanten und deren optimale Zusammenstellung im weltweiten Web vielerorts wunderbar nachgelesen werden. (In Bälde vielleicht auch hier in komprimierter Form mit mehr detaillierten Infos und eigenen Erfahrungen zum sehr spannenden Thema DIYS-Sportnahrung.)

Energieriegel selbstgemachtAls sprichwörtlichen Appetithappen serviere ich vorab eines meiner Lieblingsrezepte für selbstgemachte – und je nach Variante sogar vegane – Radriegel. Basierend auf den fantastischen Vorschlägen von Matt Frazier (Nomeatathlete.com – absoluter Lesetipp!). Hier das einfache und leicht abzuwandelnde Rezept:

  • 2 Tassen schwarze Bohnen
  • 1 Tasse Haferflocken (natürlich auch Dinkel- oder sonstige Flocken)
  • 1/2 Tasse Erdnussbutter
  • 2 EL Honig oder Ahornsirup (Riegel vegan ohne Honig)
  • 1/2 bis 1 Tassen zermatschte Banane (je nach geschmacklicher Präferenz)
  • 1/2 Tasse Kakaopulver
  • 1/2 Tasse Mehl (Typ egal, auch Vollkorn- oder Reismehl natürlich)
  • plus ein bisschen Salz und Zimt (als absoluter Fan der Gewürzrinde nehme ich da gerne mehr)
  • Optional: Rosinen, diverse Nüsse, usw

Und so geht’s: Bohnen kochen. Alle Zutaten in die Küchenmaschine und fertig. Kein derartiges Gerät: Dann Bohnen und Bananen zerstampfen und alles vermischen. Wenn die Masse zu fest  und nicht gut zu verstreichen ist, einfach Wasser hinzufügen. Zu flüssig: Haferflocken oder Mehl, beimengen. Backblech einölen oder auslegen. Mischung verteilen. Bei 170 Grad in den Ofen. Nach rund 20 Minuten fertig. Die Textur sollte dann passen. Je nach Größe über 20 Riegel. Die Riegel in einer Box im Kühlschrank lagern. Bei der nächsten längeren Ausfahrt Riegel einfach in einen Gefrierbeutel o.ä. geben und ab ins Trikot.

Der gesunden Energielieferung und dem 4-Helme-Geschmackserlebnis im Sattel steht dann nichts mehr im Wege.

Share on Google+Tweet about this on TwitterShare on Facebook

5 Kommentare

  1. Claudia K. Claudia K.

    Hallo,
    was meinst du mit schwarzen Bohnen?
    Schöne Grüße

  2. Mich würde übrigens noch interessieren, wie lange so ein Riegel bei normaler Lagerung hält?

    • angekommen.in angekommen.in

      Gute Frage. Der Haltbarkeit sind schon allein durch den fantastischen Geschmack Grenzen gesteckt. Ein sehr beherrschter Riegelbäcker kann die gesunden Energielieferanten aber sicherlich eine gute Woche bis 10 Tage (oder noch länger) im Kühlschrank aufbewahren.
      Spezieller Bonushinweis: Die Riegel schmecken mit Schokostückchen auch nicht gerade schlechter… 😉

  3. Ähm…. „Dann Bohnen und Bananen zerstampfen, Zimt“… mmhhh… und was kann man dann genau von dem fertigen „Riegel“ essen? Das ganze Ding da auf dem Foto? *hust*

    Spass, schaut eh lecker aus… 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.