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Es kommt erstens anders…

In genau einer Woche werde ich Fuß auf spanischen, oder besser katalanischen, Boden setzen. Ankunft Barcelona 9:45 Uhr, so das Flugticket. Aus Barcelona geht es dann weiter gen Norden zum Startpunkt meiner Pyrenäenfahrt.

Oder vielleicht doch nicht.

Der Plan sah vor: Mit dem MTB durchs Gebirg zu kurbeln. Rund 14 Tage. Mit Biwak. Nationalparks, Andorra, Frankreich und Spanien.
Stand heute, Dienstag, 30.7., 9:50 Uhr: Rennrad. Rund 10 Tage, 800km, 16.000 hm, mehrheitlich im grüneren Frankreich. Sans bivouac.
Warum diese Planänderung? Kurz: Verletzungsbedingt. Seit zwei Wochen bin ich nun nicht mehr mit Trainingsabsicht im Sattel gesessen. Übermotiviertes Training, die Ursache des Ungemachs.
Warum Rennrad? Mit  Mr. Black unterwegs zu sein, bietet mir mehr Ausstiegs- und Abbruchmöglichkeiten, sollten Herr und Frau Tibialis auf der iberischen Halbinsel zum Generalstreik rufen.

Ich bin jedenfalls genervt. Sehr sogar. Bin unsicher ob es überhaupt gescheit ist, ohne geplanten Formaufbau und mit lädierten Gliedmaßen in die Pyrenäen aufzubrechen. Rückflug, Unterkunft etc. alles natürlich auch eine Kostenfragen. Wiewohl das für mich unvernünftigerweise keine Rolle spielt. Alles in der Schwebe, eigentlich.

Dann halt ohne Plan. Ich werde die Rückreise nicht im Vorfeld organisieren, keine Unterkünfte reservieren, die Route nur sehr vage vordefinieren, den Zeitraum nicht festlegen, Etappenorte und Tageskilometer nicht überlegen. Lediglich Mr. Black wird bergtauglich gemacht. Kompaktkurbel und Bergritzel.

Ich werde vor dem möglichen Abflug nochmals eine ernsthaftere Ausfahrt wagen, um die Reaktion der unteren Extremitäten auf Belastung zu testen. Es kann also durchaus sein, dass ich a) mit Rad nach Barcelona fliege um dort zu sehen was geht, b) ohne Rad nach Barcelona fliege,  c) trotz Ticket gar nicht fliege und aus Österreich wegradle (z.B. TransAlp ans Mittelmeer), d) in Ö bleibe um nur ein wenig rumzustrampeln und Fliegenfischen zu gehen oder e) mich zuhause einschließe um mich zwei Wochen durch zu ärgern, dass das Leben so ungerecht ist und nichts so klappt wie man es sich vorstellt.

Dinge ändern sich. Punkt. Ich bin deshalb genervt, weil ich nach wie vor an meinen fixen (fixierten) Vorstellungen und Plänen festhalte.  Ich versuche also die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen. Auf Ungewissheit und Unsicherheit einlassen. Das ist nicht meine ganz große Stärke.
Genauso wenig wie geduldig sein. Es braucht einfach Zeit, bis die Muskeln sich wieder regeneriert haben und wieder einsatzfähig sind. Aber das will mein Operator nicht akzeptieren. Ich kann einfach nicht pausieren. Wenn ich mich nicht wie gewünscht bewegen kann, werde ich rasch sehr unleidlich. Das direkte Umfeld weiß wovon ich rede.

Es bleibt also spannend, die kommenden Tage. Kommt es doch erstens anders, und zweitens als man denk.

A good traveler has no fixed plans, and is not intent on arriving. Lao Tzu

Update 8.8.: Flug storniert. Wien statt Pyrenäen. Den Ärger über die verletzungsbedingte Absage meiner großen Tour mittlerweile verarbeitet. Halbwegs. Die Pläne für Pyrenäen-Cross mit MTB und Rennrad liegen nun in der Schublade. Und werden in diesem Jahr wohl nicht mehr hervorgeholt werden. Case Closed, vorläufig.

Heute bin nach zweiwöchiger Radabstinenz wieder im Trikot auf dem Rad gesessen. 50 Minuten Spazierfahrt im morgendlichen Wien. Der rechte Unterschenkel ist nach wie vor nicht ganz okay. Unter Belastung wird dies schnell klar. Also weiterhin Schonung und eventuell nochmals Behandlung. Bzw spiele ich mit dem Gedanken, mal einen Ostheopaten aufzusuchen. Einstweilen schwimme ich viel rum. Und da bin nun bereits wieder dort, wo ich mal war – schwimmtechnisch gesehen. Bei den vorherrschenden Temperaturen fällt es mir leichter nicht radfahren zu wollen. Sport im kühleren Nass ist da auch besser geeignet meinen bewegungsfreudigen Körper und Geist zu befriedigen.

Zudem werde ich das heiße Land der Berge am Freitag gen Norden verlassen. Hallo Kopenhagen, heißt es dann. Wochenendstadttrip. Mal weg, mal raus. Berichte aus der Stadt der radfahrenden Vikinger gibt’s dann hier nachzulesen.

So der Plan…

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