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Essen am Sonntagabend in Wien

Spätestens nach drei Minuten Googelei nach Restaurant-Öffnungszeiten ist klar: Am Sonntagabend hat kaum ein Lokal geöffnet! Sehr ärgerlich, wenn man mit Freunden einen gepflegten kulinarischen Abend zum Wochenendeende geplant hat. Und vielleicht gar ein paar Restaurants im Kopf hat, die man längst besuchen wollte. Ja, Sonntagabend in Wien essen zu gehen ist nicht die leichteste Übung. Aber Wiederholung macht den Meister und deswegen habe ich mittlerweile eine Shortlist mit feinen Lokalen für den Sonntagabend-Notfall. Zeit- und Nervensparend.

Wichtige Kriterien fürs Dinner am Sonntag:

  • Möglichst nah zum Wohnsitz (zur Couch) bzw. gut zu erreichen
  • Unkompliziert und unschick
  • Comfort food ohne Chichi
  • Pluspunkt: Gastgarten, um im Sommer draußen sitzen zu können

Im folgenden die aktuelle, nach allen ungeliebten Regeln der SEO- und Bloggerkunst gestrickten, Liste fürs Essen am Sonntagabend in der Bundeshauptstadt. Reihenfolge zufällig.

1. Satrapezo

Heute mal georgisch? Dann ab ins Satrapezo! Vorspeisenteller mit Spinat, Roten Rüben, Indianerbohnen, Melanzani mit Walnuss, Melanzani mit Käse und geschmortem Gemüse. Dazu Khachapuri-Megruli – Georgisches Fladenbrot aus Germteig, gefüllt mit Weichkäse und Mozzarella UND mit Käse überbacken – bestellen. Danach Khinkali, die großartigen, gekochten Teigtaschen mit Hackfleisch- oder Lammfleischfüllung verschlingen. Alternativ, besser aber additiv: Qotnis Lobio – der Bohneneintopf mit Frischkäse und Gebäck ist ein Genuss. Unbedingt georgischen Rotwein aus in der Erde vergrabenen Tonamphoren probieren – sehr interessant. Das Servicepersonal ist übringens überaus zuvorkommend und gleichzeitig unaufdringlich freundlich. Das Satrapezo ist das edelste Lokal in dieser Liste – gerade noch geeignet für den legeren Sonntagabend. Andererseits: Underdressing is fun.
www.satrapezo.at/

2. Cottage

Das Cottage ist quasi gleich ums Eck und steht nach Eigendefinition für erlesenen Kaffee, zubereitet von ausgebildeten Barista, ein umfangreiches Speiseangebot, 24h Frühstück und klassische Cocktails. So weit so gut – und austauschbar. Tatsächlich ist das Cottage ein Lokal mit angenehmer Atmosphäre und nettem Garten für schwüle Sommerabende. Go for: Krautfleckerl, gefüllte Paprika,  Burger oder Beef Tatar. Hier arbeitet der für mich beste Kellner Döblings – scheißdrauf, ganz Wiens! Zum Cottage kann man sich auch mit dem Auto aufmachen, Parkplätze sind in der Umgebung reichlich vorhanden.
www.cottage-danielmoser.at/

3. Meister Xiao

Beim guten Meister Xiao in Gersthof gibt’s feine Szechuan-Küche. Und das in einem Lokal ohne Chinafolklorekitsch. Unbedingt die kalten Vorspeisen bestellen – scharfes Rindfleisch, tausendjährige Eier und wie sie alle heißen. Als Hauptgang: Über Teeblättern geräucherte Ente mit gedämpftem Brot, Pflaumensauce und Gemüse. Prädikat: Verschlingenswert! Alternativ das Huhn mit hundert Aromen oder die Jiaozi ordern. Dazu stilecht Calpis mit Soda oder Tee schlürfen. Gersthofer Straße 70, 1180 Wien, Telefon: 01/479 41 56

4. Schöne Perle

To be updated (visited) soon.
www.schoene-perle.at/gasthaus/

5. Tsering Tashids Tibet Restaurant

Das einzige tibetische Restaurant der Alpenrepublik liegt wenig glamorös direkt am Währinger Gürtel. Der Lage zum Trotz ist das kleine Lokal stets gut frequentiert. Fernöstliche Ruhe und unprätentiöse, feine Küche. Meine Empfehlung: Die geschmacklich unglaublich vielschichtigen und kraftvollen Suppen – am Besten jene nach (Groß?)Mutters Rezept. Und ja auch hier: Vorspeisen verkosten. Alle. Empfehlenswert ist auch die Auswahl an Tees. Also reintrauen in das Gürtellokal, es lohnt sich. www.tibet-restaurant.at/

6. Le Pho

Bei Le Pho auf der Gumpendorferstraße muss der Name Programm sein: Klare Brühe, Reisnudeln mit Rindfleisch, Hühnerfleisch, Shrimps oder Tofu. Punkt. Davor noch Goi Cuon, leichte Sommerrollen mit diversen Füllungen. Ankreuzen, genießen. Vor allem an kalten Wintertagen ist eine dampfende Schüssel würzigen Phos nicht die blödeste Idee.
www.le-pho.at/

7. Das Augustin

To be visited & updated soon.
www.das-augustin.at/

8. Pizzeria I Tricolori

Das I Tricolori am Opernring gehört zu den besten Pizzerien in Wien. Das sagt mein Gaumen,  hat mir aber auch ein in Wien lebender Sarde bei einer Zugfahrt nach Livorno bestätigt. Ja, Sachen gibt’s. Die Charakteristik der Pizzen: Hochwertige, frische Zutaten auf dünnen Boden. Und besonders wichtig, weil schon mehr als die halbe Miete: Wohlschmeckender Pizza-Käse. Weil die Teigfladen aus dem Land unser südlichen Nachbarn so gut sind, habe ich die Pasta noch nicht verkostet. Und das wird wohl auch so bleiben. Das Ambiente im I Tricolori: Warme Atmosphäre, Glasfront. Pizza am Abend? Dann bitte dreifärbig. Italiener-geprüft. www.itricolori.at/

9. Glacis Beisl

Klassiker der Wiener Küche mit kreativen Ausreißern in moderner Wirtshausatmosphäre, das bekommt man im Glacis Beisl im Wiener Museumsquartier. Solide Standardkarte – Grammelknödel auf Kraut, Rindsgulasch, Gekochtes, gemischtes vom Waldviertler Bio-Rind, Forelle oder Saibling, Somlauer Nockerl – und stets interessante Wochen- bzw. Tageskarte. Gute Weine. Großes Plus: der Schanigarten. Ein bisschen bobo-hipsteresk, von mir aus.
www.glacisbeisl.at/

10. Das Aumann

Das Aumann am gleichnamigen Platz bezeichne ich gerne als eines meiner Stammlokale (aber geh ich dort wirklich öfter hin, als in andere Etablissements?) und das liegt bestimmt nicht nur an der Lage des Lokals. Das Aumann zeichnet sich jedenfalls durch eine großzügige Fensterfront und eine zurückhaltenden Loungeartigkeit aus. Aber am wichtigsten: Sehr solide Kochkunst wird den Esserinnen und Essern hier geboten. Dazu eine abwechslungsreiche Karte – von Wiener Klassikern, über italienische Schmankerl zu Sandwich und Bagel.
Folgendes bestellen: Frühstück auch am Abend (Eiergerichte, Bagel, etc.), Beef Tartar (schön grob, mit angenehmer Säure und roter Zwiebelmarmelade, dazu knuspriges warmes Hausbrot), Steaksandwich, Torta di Cioccolata (lauwarm serviert, mit Pfefferkrokanteis). Auch in Ordnung: offene Teemischungen von JägerTee. Tipp: Fensterplatz reservieren – die ledernen Sitzgruppen sind bequem. Im Sommer natürlich draußen vor dem Lokal. Wer woanders sitzt hat verloren.
www.aumann-wien.at/

Dem entspannten Abendessen mit Freunden steht also nichts mehr im Wege – zumindest lokaltechnisch. Diesmal trieb mich der Hunger übringes wieder mal im Aumann. Also doch.

Du hast ähnlich brauchbare Hinweise? Dann her mit den feinen Lokaltipps für den Abend vor dem Wochenstart?

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6 Kommentare

  1. Karin Karin

    Kann das Fink in der Esterhazygasse 12, 1060, sehr empfehlen. Kleine, feine Karte (ebenfalls vor allem Wiener Klassiker + saisonal Wechselndes) und angenehm schlichte Einrichtung.
    http://www.finkh.at

    • Im Finkh war ich noch nicht, wurde mir aber schon des Öfteren empfohlen. Die Karte sieht ja vielversprechend aus. Wie ist das Ambiente dort? Wirkt ein wenig kühl. Wie auch immer, jetzt wirds dann wohl wirklich mal Zeit, dass ich dort vorstellig werde.

  2. Zwar nicht die feine Kulinarik, aber wer es etwas uriger und einfach mag, kann sich am Sonntag Abend im Kolar, 1010 Wien, einer großen Fladen- und feiner Bier-Auswahl stellen.

    • Hi Martin, absolut! Urig und einfach ist ja meist kein Fehler, ganz im Gegenteil. Und bei den Fladen im Kolar macht man nicht viel falsch.
      Wie schaut es eigentlich in Wiener Neustadt aus? Hast du Lokalempfehlungen auch für alle anderen Wochentage und v.a. für Frühstück?

      • Für alle anderen Wochentage gibt es in Wiener Neustadt wenigstens was für das kulinarische Wohlbefinden, sonntags rollt nur ein Busch im Wüsten-Style über den Hauptplatz.
        Für Frühstück empfehle ich das gemütliche Theater-Café oder die Kaffebar Kolschitzky, beide haben eine sehr gute Auswahl.
        Bei knurrendem Magen am Abend lande ich oft im Restaurant Einhorn (vor allem im Sommer auf der gemütlichen Innenhofterrasse), im indischen Restaurant Indira (auch viele vegetarische Gerichte) und in der Dompizzeria (Pizza, what else).

        • Das Einhorn schaut tatsächlich sehr nett aus. Da werd ich mal vorbeischauen, wenn ich im Sommer mal in der Nähe bin.

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