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Fliegenfischen für Anfänger

Als Kind hab ichs nie gemacht und von niemandem gelernt. Erstkontakt im zarten Alter von 27 Jahren. Ums Fischen gehts. Genauer um das mit der Fliege. Es muss natürlich die sportlichere Variante sein. Klar.

Fischen ist ja quasi jagen für Arme. Vom Prinzip her ist es dasselbe: Mit den eigenen Händen ein Lebewesen zur Strecke bringen. Zum Nahrungserwerb. Vorrangig. Obwohl: Beim Fischen ist das ja eigentlich gar nicht so. Catch & Release, ein gefliegeltes Wort im Anglermetier. Ganz nach dem Prinzip Fisch beißt, Mensch nicht.
Irgendwie kommt mir das komisch vor. Wenn ich den Fisch schon mit meinem Haken durchlöchere, dann solls doch auch Sinn haben. Über den sportlichen Aspekt hinaus, mein ich.
Der Grund für diese Praxis ist klar: Zuviele Jäger, zuwenig Beute. Fischpopulationen verkraften den Ansturm sonst nicht. Zu diesem Thema in einem kommenden Beitrag mehr.

Fliegenfischen also. Rückblick 2012: Zum Geburtstag schenkt mir die Liebste einen Crash-Kurs. Der Lehrmeister ein begeisterter und erfahrener Angler.
Als Ort des Geschehens wird das lokale Revier an der Donau gewählt. Schon beim Zusammenpacken der Ausrüstung wird mir klar, dass ich hiervon keine Ahnung habe. An der Weste hängen unzählige Utensilien. Schnur, Vorfach, Rute, Fliegen, Nymphen, Zeug zum anfüttern, Wathose und vieles mehr wird eingepackt. Wir werden wohl nichts fangen,
es soll vorallem um die richtige Wurftechnik gehen, an diesem Nachmittag.
Und genau das gestaltet sich durchaus schwierig, wie ich in den nächsten Stunden erfahren sollte. Eine geschmeidige Wurfbewegung will mir nur selten gelingen. Meine Wurfreichweite ist reichlich begrenzt. Die Schnur legt sich selten gerade auf Wasser.
Genau darum gehts beim Fliegenfischen nämlich: „Das Fischen mit der immitierten Fliege unterscheidet sich von anderen Methoden vor allem dadurch, dass der Köder, im Allgemeinen Fliege genannt, zum Werfen zu leicht ist, weswegen das Gewicht der besonderen Schnur als Wurfgewicht verwendet wird. Dies verlangt eine besondere Wurftechnik und spezielles Angelgerät“, so das Online Nachschlagewerk.
Dem angesprochenen speziellen Angelgerät – Leihgabe des Lehrmeisters, klarerweise – sollten meine ersten Versuche sehr zusetzen: Beim wilden Herumpeitschen schaffe ich es natürlich, die Spitze der recht teuren Rute abzubrechen. Der Besitzer nimmts aber überraschender Weise gelassen – und das obwohl dies eigentlich nicht seinem Naturell entspricht. Fliegenfischen lehrt Geduld. Demut. Soviel wird mir bereits beim ersten Kontakt klar. Und das gefällt mir.
Mir gefällt auch bis zur Hüfte im Wasser zu stehen. Geduldig, mit anmutigen Bewegungen die Fliege immer und immer wieder ins Wasser zu legen. Medidation in Wathose. Die Umgebung und die Ruhe beim Fischen ist herrlich. Gefangen hab ich natürlich nichts und von Wurftechnikfortschritten kann kaum die Rede sein, aber mein Interesse wurde geweckt.

„Das ist Fliegenfischen: Ausrüstung, Wurf- und Anbietetechniken, Standplätze, Fliegenmuster“, so der Titel des Buches, welches mir nun weitere Einblicke in die Materie verschaffen soll.
Beim Lesen der ersten Seiten wird mir sogleich wieder bewusst, dass ich hier unbekanntes Terrain betrete. Wie schon der Titel befürchten lässt, gehen mir gleich ein Dutzend neuer Begriffe und Ausrück ins Netz.
Jetzt weiß ich wie sich ein Nicht-Rad-Freak bei der Lektüre so mancher Fahrradzeitschrift fühlen muss. Steuersatz und Umwerfer ja, Deep-Streamer-Swing und Taper-Schnur nein. Da gibts noch so einiges zu lernen. Stay tuned for more!

Das super Foto stammt übrigens von Björn Normann. Auf seinem Tumblr-Blog gibt’s immer was zu sehen. Wird aber Zeit, dass ich selbst Bilder aus dem Feld mitbringe.

In Montenegro will ich mich mit den Flossenträgern jedenfalls schon messen können. Ob man in den Pyrenäen die Rute auch einpacken sollte? Ich glaube ja…

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