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Mountainbiken im Regen

Es gibt nichts Besseres, als Schwimmen im Regen, sagt Jessica Biel in einem Film, dessen Titel mir längst entfallen ist, während sie bei strömendem Regen in einem Pool plantscht. Und nach regenbegleiteten Schwimmeinheiten im schönen Faaker See, Mondsee oder der alten Donau muss ich mir eingestehen, dass da sogar ein Tröpfchen Wahrheit dabei ist.

Weniger gut verträgt sich Radfahren mit Niederschlag – hier herrscht wohl breiter Konsens. Dennoch: Es gibt Tage, an denen kann mich das kühle Nass aus den Wolken nicht an die heimische Liegestatt fesseln. Ja mehr noch, manchmal, ja manchmal, da verspüre ich richtig Lust darauf mein großes Pine Mountain durch den tiefen Waldboden und durch tropfendes Gebüsch zu jagen. Nasse Wurzeln und glitschige Steine erhöhen den Adrenalinausstoss und verwandeln Alltagstrails in Weltcuppisten. Gefühlt, jedenfalls. Wenn die Reifenstollen nirgendwo so recht Halt finden wollen, wird die gewohnte Abfahrt plötzlich zur RB Rampage. Trotzdem: Das Prasseln der Regentropfen auf Baumkronen und Strauchwerk gibt Motivation und den Beinen die im Matsch benötigte zusätzliche Kraft. Man ist alleine im Wald, alleine im Regen.

Die Unwirtlichkeit schafft sofort direkten Kontakt zur Umwelt und intensivere Warnehmung. Deswegen nehme ich mein Bike und gehe raus, wenn die Wolken grau und schwer in den Hügeln um Wien hängen. Wenn das Wasser in den Schuhen steht und das Trikot Tropfen um Tropfen an Gewicht zulegt kann man im schlammverkrusteten Gesicht ein Lächeln erkennen – ein Jessicas Weisheit widerlegendes gar.

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Appendix: Während Jessica unbehaubt im Regen schwamm, nehme ich bei starkem Niederschlag gerne eine Badehaube mit, um sie unter dem Helm zu tragen. Hollywood.

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