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Schneeberg Trail Running

Schneeberg klassisch über den Fadensteig im flotten Bergauf- und Laufschritt. Wohlbekannter Berg für den ersten Pfadlauf des Jahres mit über 1000 Höhenmetern. Das wechselhafte und feuchte Wetter wird die sonst üblichen Menschenaufläufe auf dem beliebten, ausgelatschen Steig schon in Grenzen halten und damit für ein ungestörtes Laufvergnügen sorgen, so die Hoffnung. Und tatsächlich: Erst bei der kurzen Verpflegungspause auf der Fischerhütte ein paar Wandersleut.

Die Fakten:

  • Knapp 15 km
  • 1.300 Höhenmeter
  • 3 Stunden vom Parkplatz zum Parkplatz

Kurzbericht vom Trail:

  • Im Wald bis zur Edelweißhütte wars doch recht rutschig. Knöchelbruch und  schienbeinspaltend. Regen ist ausgeblieben, lediglich der Wind sorgte für blättergespeiste Beregnung von oben.
  • Am Fadensteig (ca. 25 Minuten bis dorthin) nach der Edelweißhütte war es warm und windgeschützt in den Bäumen. Laufen ist bei dieser Steigung aber nicht mehr möglich, der hurtige Bergaufschritt angesagt. Ich war diesmal ohne Stöcke unterwegs, werde aber beim nächsten Mal nicht mehr auf Bestockung für mehr Vortrieb in den Gehpassagen und zur Entlastung der Stelzen, vor allem bergab, verzichten.
  • Nichtsdestotrotz in einen guten Rythmus gekommen. Schnappschüsse im Gehen mit der Handycam waren da auch noch zu verkraften. In diesem Sinne hat sich auch der Kamelbeutel im Rucksack bewährt. Trinken im Gehen möglich.
  • Oben auf dem Plateau dann gar Sonne, aber auch kräftiger Wind im Gesicht. Gegenwind natürlich. Kalt sowieso. Weste und Bufftuch angelegt und weiter gings. Wie immer dauerte das Stück bis zur Fischerhütte dann doch noch länger. Windbedingte Zusatzverzögerung, diesmal.
  • 10 Minuten Verpflegungspause auf der Fischerhütte: Ich orderte einen Apfel-Karotten-Kuchen  mit einer schneeberggleichen Portion Schlagobers. Zwar hatte ich eine Zwerg-Banane und zwei Riegel (leider keine selbstgemachten, aber feine Apfel-Walnuss Fruchtschnitten) mit dabei, wollte aber, nach einem verstohlenen Blick auf die Tageskarte, dann doch auf den frisch gebackenen (und noch warmen!) Kuchen ausweichen. Keine Fehlentscheidung, Kuchentraum auf 2049 Metern.
  • Kuchengestärkt folgte der planmäßige Abstieg über den Schauerstein: Die ersten Höhenmeter bis zu den Latschen sind gut im Laufbergabschritt zu bewältigen. Almwiesendämpfung. Im Latschenfeld dann untergrundbedingt verlangsamt, der Abstieg. Zu rutschig waren der ausgewaschene und steinig  verblockte Pfad.
  • Nach Verlassen des Latschenlandes dann im wunderbaren Flow dahin. Durch den Wald lässt es sich gut Tempo machen. Trailrunning deluxe.
  • Nach einigen Minuten mündet der Singletrail in eine geschotterte Forststraße. Auf dieser geht es in angenehmem Gefälle gen Tal. Die Beine immer noch frisch, konnte ich es hier bei Windstille hinter dem Berg richtig rollen lassen.
  • Das letzte Stück der Runde führt dann nochmals auf einem wunschönen Pfad durch den Wald. Wellig und tendenziell leicht bergab auf weichem Waldboden durchs Geäst. Fein.
  • Oberhalb der Edelweißhütte verlässt man den Wald dann wieder und nimmt den Aufsteigsweg runter zur Talstation. Vorsichtig, im Waldstück wirds dann nochmals richtig rutschig. Dauerfeucht, sicherlich.

Infos & Ausrüstung:

  • Die Tour findet sich natürlich auf Bergfex: „Schneeberg (2076m) klassisch von Losenheim über den Fadensteig.“
  • Die neuen Salomon Speedcross 3 haben sich auch auf schwierigem, weil rutschigem, Terrain bewährt.
  • Camelbak im kleinen Deuter Rucksack ebenfalls. Eigentlich ein Bikerucksack, lässt sich der Compact EXP 12 ganz ordentlich auch für Laufabenteuer am Trail verwenden. Sitzt eng am Rücken und wackelt auch mit Trinkblase nicht rum. Wer keinen kleinen Trailrunning-Rucksack sein Eigen nennt, wird mit dem Deuter nicht unglücklich werden. Die Runde ließe sich, bei stabilem Wetter, aber auch ganz ohne Mitbringsel absolvieren, kann man sich doch auf den Hütten verpflegen.
  • Fadensteig-Lauf: Wer es wirklich wissen will, kann sich noch für den 8. Fadensteig-Lauf am kommenden Wochenende anmelden, wie die zahlreichen Infozettel am Steig verrieten. Sicher eine nette Sache.
  • Zum Abschluss ein Linktipp für alle, die Inspiration fürs Laufen auf Trail und Berg suchen:  TrailrunningTV

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Ausblick: Nächstes Wochenende geht es, eher als erwartet, wieder nach Slowenien. Auf den höchsten Berg des Landes. In gemütlicherem Tempo mit BegleiterInnen. Triglav ich freu mich auf dich.

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3 Kommentare

  1. Ah, der Triglav… gerne! Mit Sauerstoffzelt, Wiederbelebungsteam, Rettungsheli und portablen Zwei-Zimmer beheizten Wohncontainer bin ich gerne dabei.
    Ansonsten ende ich wohl bei dem Ausflug in der Statistik der Städter, die bereits auf 2000 Höhenmeter kollabieren und bei der tiefsten Seite des Abhanges stolpern und ausrutschen und mit einem vierfachen Gelenksknorpelriss im Abraum geborgen werden müssen. Aber ich freue mich schon auf den Bericht! 🙂

  2. Ja, war sehr fein. Die angegebenen 5:30 h wird kommen ganz gut hin, denk ich. Kann mich nicht mehr entsinnen, wie lange meine vergangen Wandertouren gedauert haben…btw. wenn du Lust hast auf den Triglav mit zu kommen, ich hab noch Platz im Auto. 🙂

  3. Klingt sehr gut… wie lange schätzt Du, braucht man für die ganze Strecke, wenn man es eher gemütlich als Wanderer angeht? 🙂

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