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Von Wien nach Nizza über die Schöne und das Biest – das Three Peaks Bike Race 2018

Bikepacking-Fans wissen: In Europa gibt es mittlerweile eine Vielzahl an interessanten Events für Langstrecken-RadlerInnen. Von West nach Ost, von Süd nach Nord, über Berge und durch einsame Landstriche. Unterschiedliche Formate, Distanzen und Dauer. MitteleuropäerInnen aufgepasst: jetzt gibt es auch ein Rennen, das in Wien startet. Und nach Nizza führt. Quer durch die Alpen. Organisator und Bikepacking-Enthusiast Michael Wacker erzählt was es mit dem Rennen über drei Gipfel auf sich hat:

Lieber Michael, was ist denn das Three Peaks Bike Race?

Michael Wacker: Das Three Peaks Bike Race (TPBR) ist ein self-supported Bikepacking Rennen von Wien nach Nizza auf einer selbst geplanten Route durch die Alpen und Dolomiten.  Drei Gebirgspässe sind auf dem Weg zu überqueren ansonsten ist die Route frei wählbar. Die kürzeste Route ist somit etwa 1.500 km, wobei der Fahrer aber eine Steigung von insgesamt 25.000 m überwinden muss. Ob dies somit auch die schnellste Route ist gilt es für jeden heraus zu finden.

Erzähl‘ uns ein bisschen über die Menschen hinter dem Three Peaks Bike Race?

Die Menschen hinter dem TPBR sind Vincent Mühlethaler (TCRNo4, (9th place finisher) und ich, Michael Wacker (Trans Am Bike Race Finisher, TCRNo4, (10th place finisher) und TCRNo5 finisher). Wir haben uns während des Transcontinental 2004 kennen gelernt und bis zum Schluss des Rennens um den neunten Platz gekämpft. Seitdem besteht der Kontakt und es gibt eigentlich immer nur ein Thema: Bike Racing.

Was ist eure Motivation ein derartiges Rennen auszurichten?

Ich komme vom Triathlon und habe anschließend an  24-Stunden-Rennen und Brevets teilgenommen. Mein erstes self-supported Rennen war dann das TransAmBikeRace. Unserer Meinung nach existiert ein Mangel an Bike Packing-Einstiegsrennen. Für mich war der Schritt von 24-Stunden-Rennen zum TransAm recht groß. Viele Überschätzen sich mit der Teilnahme an größeren Rennen wie dem Transcontinental, was man auch  an den Ausstiegszahlen im Transcontinental in diesem Jahr sieht. Auch wenn die Distanz beim TPBR relativ kurz ist, ist es uns aber wichtig, den Ur-Gedanken eines non-supported Events beizubehalten und es nicht durch soft-supported zu verweichlichen, sondern es eher durch ein kompakteres Renn-Format zu vereinfachen.

Nach welchen Kriterien habt ihr die Checkpoints gewählt?

Alle drei Gipfel sind Legenden und sind die Highlights des Rennens. Daneben gibt es aber auch ganz nüchterne Gründe für die Auswahl:

  1. Der Abstand zwischen den Checkpoints sollte den Kurs ungefähr dritteln und gleichzeitig sicher stellen das die Route größtenteils durch das Gebirge verläuft.
  2. Die Distanz zwischen zwei Checkpoints sollte über unterschiedliche Routen in ähnlicher Zeit zurückgelegt werden können – es war unser Anliegen, dass es hier nicht eine klar schnellste Route gibt. Z.B. zwischen Passo Giau und Furkapass kann die Strecke 60 km länger sein aber trotzdem schneller.
  3. Unser Ziel ist es, dass das Three Peaks 2019 wieder drei neu Checkpoints hat und die Herausforderung bei Streckenführung und damit Spannungsmoment Jahr für Jahr erneut gegeben ist.

Apropos Passo Giau und Furkapass: Was macht die einzelnen Gipfel jeweils so besonders? Wie würdet ihr die drei Gipfel charakterisieren?

Passo Giau – Das Biest: Er gönnt dir keine Atempause auf seinem durchgehend steilem Anstieg!
Furkapass – Die Schöne: Ein Ort an den man sich noch lange und gerne erinnert. Oder sogar verliebt!
Galibier – Der Unberechenbare: Wetterumschwünge und starke Winde erwarten dich!

Warum eigentlich der Start in Wien und das Finish in Nizza?

  1. Vom Baum zur Palme. Ein wichtiger Aspekt von Bike Packing Rennen ist die sich verändernde Umgebung und Stimmung. Das Gefühl einer Reise kann sich erst mit Veränderung von Landschaft und Kultur richtig entfalten. Wien und Nizza könnten unterschiedlicher kaum sein obwohl sie nicht sehr weit voneinander entfernt liegen.
  2. Unterwegs in den Bergen: Es war uns wichtig, dass beide Städte am Alpenrand liegen. Kein langes Vorspiel, es soll direkt ins Gebirge gehen.
  3. An- und Abreise: Aus logistischer Sicht sind beide Städte einfach zu erreichen bzw. zu entkommen.

Was unterscheidet das TPR von anderen Bikepacking Rennen (wie TCR, Northcape 4000, etc)?

Ganz klar: das kompakte Rennformat. Die Distanz macht das TPBR für Einsteigerinnen und Einsteiger attraktiver. Gleichzeitig ist die Anzahl der Höhenmeter relativ hoch für die festgelegte Distanz. Und die Rennzeit liegt bei rund einer Woche, womit es flexibler in den Jahresplan zu integrieren ist.
Im Grunde wollen wir uns nicht stark vom TCR unterscheiden. Zumindest nicht von der Ideologie. Viele überschätzen sich, im Hinblick auf die Anforderungen, die ein Bikepacking Rennen wie das TCR an die Teilnehmer stellt. Eine kürzere Distanz von ca. 1600km und somit einer ungefähren Renndauer von einer Woche wäre ein guter Test ob man reif für ein Rennen wie das TCR oder das Northcape4000 ist.

Was bekommen TeilnehmerInnen für die Startgebühr von 70 bzw. 120 Euro geboten?

Administration, GPS Tracking Service, Staffed Checkpoint am Furkapass, Mediacar, Support und Tipps bei der Routenplanung und in der Vorbereitung.

Zu guter Letzt: Was wären denn die besten Gründe, um am TPBR teilzunehmen?

  • Du bist schon viele Langstreckentouren gefahren und willst den nächsten Schritt machen?
  • Du möchtest eine Vorbereitung für ein längeres Rennen unter Rennbedingungen?
  • Du willst viel von den Alpen sehen und das in kürzester Zeit?
  • Du willst wissen wie es sich anfühlt eine Woche auf dem Rad zu leben?
  • Du willst eine Woche von allem loslassen und dich auf radeln, essen und schlafen konzentrieren?
  • Du willst dich selbst von einer neuen Seite kennen lernen.
  • Du wohnst in Nizza und hast Verwandte in Wien. 😉

Lieber Michael, danke für deine Zeit und vielleicht sehen wir uns ja am 9. Juni beim Start.

 

Alle Infos zum Three Peaks Bikerace findet ihr hier: http://www.adventurebikeracing.com/threepeaksbikerace.html

Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/261955690996001

ACHTUNG: Anmeldung ist bereits möglich!

 

 

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