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Wann sind wir endlich da

Was soll ich sagen, irgendwie plagt mich eine innere Unruhe. Eine Rastlosigkeit, die mir zeigt, dass es ist längst wieder an der Zeit ist. Zeit aufzubrechen. Mich aufzumachen. Mich zu bewegen. Ich muss agieren. Ich kann.

Schrieb ich zu Jahresbeginn. Aus 15 Monaten sind mittlerweile 10 geworden. Aus der Vision ein Entschluss. Aus dem Wissen Gewissheit. Aus den Worten aber noch keine Taten. Umgebungs-,  vernunft- und feigheitsbedingt.
Dennoch: Allein der Gedanke, die Idee, spendet Freude. Aus der wagen Vorstellung wird möglicherweise auch nie ein konkreter Plan entstehen. So funktioniere ich einfach nicht. Macht aber nichts. Ich steure einfach in eine Richtung und nehme die Hände vom Lenkrad. Der Fuß bleibt am Gaspedal. Irgendwo werde ich irgendwann ankommen.

Jetzt, am Beginn der wilden Fahrt, muss ich einen Weg finden, mir die Fahrzeit zu verkürzen, zu versüßen, zu nutzen. Das fällt mir schwer. Momentan bin ich im „Wann sind wir endlich da?“-Modus. Wann, wann, wann? Und natürlich wird mir auch noch schlecht auf dieser Fahrt. Manchmal richtig übel. Weil ich hinten sitzen muss. Nicht selber fahre. Zwar freiwillig eingestiegen bin, aber die Wegroute nicht bestimmt habe. Und ich glaube, wir fahren einen Umweg.

Es ärgert mich, dass ich in diesem Zustand auch die Schönheit der Landschaft, die vorbei zieht, nicht genießen kann. Ich sehe kaum aus dem Fenster. Konzentriere mich darauf, mich nicht zu übergeben. Traurig auch, dass ichmich kaum  mit meinen MitfahrerInnen befasse. Und das, obwohl ich sie sehr mag und ihre Gesellschaft die Fahrt eigentlich sehr angenehm machen würde. Manchmal tut es das auch. Dann kehrt Leichtigkeit ein und die Übelkeit verschwindet, als wäre sie gar nicht da gewesen. Es werden Pläne geschmiedet und Geschichten erzählt. Geschichten, die mich manchmal aufrütteln.

Aufgerüttelt will ich vermehrt aus dem Fenster sehen, mit MitfahrerInnen Übelkeit bekämpfen und die Fahrzeit nutzen.

Vielleicht setz ich mich ja auch früher um. Hab ich doch unlängst zwischen all dem Müll auf der Rückbank eine neue Karte gefunden…

 

Addendum:

Um mir die schöne Fahrt auch bewusst zu machen, werde ich im kommenden Monat jeden Abend 3 Dinge niederschreiben. 3 Begebenheiten des vergangenen Tages bennen, die mir Leichtigkeit gebracht haben. Fahrtenbuch mal anders.

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2 Comments

    • angekommen.in angekommen.in

      Tja, wie war das mit den Regentropfen auf der Nase…

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